2010  


KRIVOPETNICA / HEIMSUCHUNG

Buchvorstellung, zweisprachigen Lyrikband von R. Kanzian

Musik: Nina Ortner

Kooperation mit Pavelhaus


26.11.2010 Pfarrkirche Rosegg

ZU UNRECHT GESTORBEN – VOR DEM VERGESSEN BEWAHREN

PO KRIVICI UMRL – REŠITI POZABE

Szenische Lesung

Die in Rosegg geborene Theatermacherin und Lyrikerin Rezka Kanzian hat (mit ihrem werkraum Team) in Form einer szenischen Lesung sehr aufwühlend, aber umso einfühlsamer der Rosegger Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

Ein schmerzlicher, aber auch ein sehr berührend-versöhnlicher Abend in einem entsprechenden Rahmen, nämlich in der Pfarrkirche Rosegg.

Verein Erinnern Rosegg / O.T. Elisabeth Prettner


15 JÄHRIGES BÜHNENJUBILÄUM DES WERKRAUM THEATER


30.10.2010 UA werkraum studio  

SHIKI DO, ein No-Spiel

Theatraler Grenzgang zwischen Ost und West


15 Kerzen für die genialen Grenzgänger

Das werkraumtheater jubiliert - und tanzt auch kritisch aus der Reihe.

Im Oktober 1995 gründeten Rezka Kanzian und Franz Blauensteiner das "werkraumtheater".

"Wir wollten künstlerischen Freiraum schaffen", erklärt Kanzian die Motivation, vor 15 Jahren das Uraufführungstheater ins Leben zu rufen. Uraufführungstheater deswegen, weil Blauensteiner alle Stücke selbst schreibt. "Nur einmal haben wir einen Goethe gespielt", erzählt Kanzian, die für die Kulturpolitik des Landes Steiermark allerdings nur wenige lobende Worte über hat. …

" Wenn ich sehe, wo überall Gelder hinfließen ... Und da meine ich gar nicht die freie Szene", kritisiert sie.Aber: "Künstler zu sein ist keine Entscheidungsfrage, das muss man machen, wenn man kann." Von der herausragenden Qualität des Theaters kann man sich ab Freitag ein Bild machen.

"Shiko Do", ein weiterer theatraler Grenzgang zwischen Ost und West, steht zur Uraufführung an. Kleine Zeitung, 28.10.2010


No Theater trifft Commedia dell´arte

Man könnte sagen, dass das Grazer Werkraum Theater mit seinem „Shikido“ genannten No-Spiel angekommen ist. Genau dort, wo es immer schon zu Hause war. Denn die Ingredienzien dieses in vielerlei Hinsicht einzig-, aber eigenartigen Theaters haben auch die bisherigen Arbeiten des im Wesentlichen aus Franz Blauensteiner und Rezka Kanzian bestehenden Kulturkleinbetriebs bestimmt: Neben der profunden Kenntnis östlicher Bewegungs- und Ausdruckstradition im Geiste des Zen kommt hier stets die italienische Commedia dell´ arte ins Spiel. Und der sehr westliche Anspruch eines individualistisch gesellschaftskritischen Autorentheaters.

Wer sich nicht vorstellen kann wie das zusammengeht, muss wissen, dass der Yoga- und Zenspezialist Blauensteiner in seiner bewegten Künstlerkarriere vom großen Sprechtheater (u.a. mit Hans Gratzer) ebenso geprägt wurde wie von der akrobatischen Clownerie.

Dass die Wertschätzung der Werkraum-Arbeit überhaupt ein großes Maß an Vorwissen verlangt, ist vielleicht auch eines der Probleme dieses Theaters. So wird in „Shikido“ Blauensteiners kritischer Blick auf die Welt in einem nach buddhistischer Erzähltradition strukturierten Abend präsentiert, wobei die reduzierten Mittel des No-Theaters den durchaus offensiven Ausdrucksformen der italienischen Renaissance begegnen.

Ein Unterfangen, das vom Zuseher zumindest das intensive Studium der Programmfußnoten verlangt, zugleich aber alle Zen-Fans, die auf der Suche nach dem inneren Lächeln ins Werkraumtheater gefunden haben, schwer enttäuschen wird.

Zu zynisch ist Blauensteiners fragmentarischer Text, zu unbefriedigt und unbefriedet sein Blick auf die Welt.

Dennoch: Ein Geheimtipp für alle, die sich gerne und vorbehaltlos auf ein Stück ungewöhnlicher Bühnenkunst einlassen.

Steiermark Falter 49/10


mehr


<<<