Theater

Beginnt dort wo realität endet.

Viele Masken trägt das ich.

Form ist Inhalt und Inhalt ist auch Form.

Mimus versus Sprache?


Keine Trennung zwischen Kunst und Leben.

(Jerzej Grotowski)

Kunst

Realitätswund und wirklichkeit's suchend

Im Wechsel von Schein und Sein

Zwischen Dichtung und Wahrheit

Fragen aufwerfen, Bewusstsein schärfen,

Haltung zeigen.


Kunst

Das denken im wilden Zustand,

Das sich von dem

Zwecks Erreichung eines Ertrages kultivierten

Oder domestizierten Denken unterscheidet.

(Claude Lévi-Strauss)


Meine Rollen

Sind speichel und Spucknapf

Messer und Wunde

Zahn und Gurgel

Hals und Strick.

(Heiner Müller)


Die guten Texte

Wachsen immer noch auf finsterm Grund.

(Heiner Müller)


Unser Impuls

Zeichen setzen. Geschichten erzählen

Indem man sie bis auf ihr Skelett reduziert

Um dann wieder mit Fleisch zu füllen.

werkraum theater 1995

gegründet von Franz Blauensteiner und Rezka Kanzian.

Sowohl Autorentheater als auch prozessorientierte Ensemble- Theaterarbeit. Der Faktor Zeit als wichtige Voraussetzung für künstlerisches Schaffen in einer sich selbst überschlagenden Welt.


werkraum studio 2008

Produktionsstätte, Büro, Lager, Seminarraum

und Veranstaltungsort.

Ästhetik

Inhaltliche und stilistisch grenzüberschreitende Anleihen bei Mime Corporel, Commedia dell’ Arte, Martial Art, Yoga, Zen, Japanischem No und Epischem Theater.


Grenzgänge zwischen Mimus und Sprache


Die Reduktion

Verdichtung und  Abstraktion als essentielle, formgebende Gestaltungsrichtlinien.

Seit 1995 mehr als 20 Uraufführungen

unter anderem, siehe auch Rückblick

MEDIASOKLES


DIE GÖTTER SIND TOT – ES LEBEN DIE GÖTTER

eine Auseinandersetzung mit dem Tyrannenmord bzw. politischer Amoralität in Anlehnung an Sophokles, ein antiker Krimi.


DAS SCHLAMASSL - EINE HAUSGEMEINHEIT

Charakterkomödie oder auch Kantinenstück im Schauspielermilieu mit stilistischen Referenzen zur Commedia dell´ Arte und Moliere, ein Spiel um die Un-Möglichkeit von Zivilcourage und Solidarität.


FAUST 2

vom Kopf auf die Füsse gestellt, Zen oder die Kunst Goethen gerecht zu werden, modernes Sprechtheater mit multimedialen Formaten.


DER RASSIST

auf´s Maul g´schaut, ein Stimmungsbericht.

Gegenwartsstück und Situations-Bericht zum Thema Zuwanderung auf der Basis von jahrelanger intensiver Gemeinwesen- und Bezirksarbeit.


SHIKI DO – HEIMATLOS

ein No-Spiel, theatraler Grenzgang zwischen Ost und West.

Ein Ich will nach Hause, und wo bitte soll das sein? Choreographisches Theater und

ein transkultureller Beitrag zur globalisierten Welt.


HEIM-WEH-DOM-O-TO-Ž-JE

Heimat, Muttersprache, Vaterland? #top

Ritter, Retter, Mythos, Held?

Mut statt Wut?

Heimat, sind wir am Ende mit deinem Wort?


DIE ÜBÜS

ein schröcklich schauriges Königsdrama.

Frei nach Ubu roi von Alfred Jarry.


DIE ÜBÜS IN KETTEN

Ein schröcklich schauriges Freiheits-Drama


DER ENTROPIST

oder die Übüs auf der Suche nach dem Glück

Jubiläum

2015 feierte das werkraum theater sein 20jähriges Bestandsjubiläum mit DIE ÜBÜS, frei nach Alfred Jarrys Theaterstück Ubu Roi.

Alfred Jarry

hatte enormen Einfluss auf die Avantgarde des frühen 20. Jh., die mit ihrer Ästhetik die Grenzen des Vernunftwesens Mensch überschritten haben, um die schwarzen Löcher dessen zu erkunden, was der Verstand zur allgemein anerkannten Realität erklärt.


Wenn man

das menschliche Leben und Handeln unter dieser Lupe betrachtet, dann eröffnet sich eine Welt des Wilden und nicht Berechenbaren, eine absurde  Komik, die jede Kosten- und Nutzenrechnung (ob rational oder emotional) auf den Kopf stellt.


Das Schlimmste

was ein Theater machen kann, ist der verzweifelte Abbildungsversuch purer Gegenwart.

(Dieter Dorn, 2015)


Also

Ärmel aufkrempeln, Hände reiben

und in die Suppe spucken.

 

Je mehr

man scheitert, desto erfolgreicher ist man.

(Alberto Giacometti)


Es irrt der Mensch, solang´ er strebt.

(Goethe)


Mag es gut oder schlecht sein

man vergesse das Anfangs-Herz nicht.

(Zeami, Begründer des japanischen No-Theaters)

Stimmen zur Kunstproduktion

Mittlerweile ist jede Kunstproduktion dem kapitalistischen Denken unterworfen.

Das Publikum, die Medien, der Subventionsgeber, der Sponsor usw. müssen zufrieden gestellt werden. Eine neue Produktion jagt die andere, um dem gefrässigen Kreislauf des Konsums gerecht zu werden und somit darf die abendliche Theater Unterhaltung nicht allzu befremdlich wirken, denn in einer Welt, wo die Quote regiert, bestimmt nicht mehr die Muse und Konzentration bei der Erkundung eines Stoffes, sondern das schnelle Erfinden theatralischer Lösungen, die bei knapper Zeit ein sehenswertes Theaterprodukt aus dem Hut zaubert. Damit schliesst das Theater zur globalen Wirklichkeit auf, wo Zauberworte wie Vernetzung und Flexibilität die Welt in unendlich viele gleichartige Atopien verwandelt, in der jeder einzelne all seine Ressourcen aktivieren muss, um überleben zu dürfen. Das kommerzielle Nutzdenken ist mittlerweile so weit in der Kunst internalisiert, dass kaum jemand dem Zwang der Überproduktion entfliehen kann.

Doch die Ehe von Effizienz und Kunst geht selten glücklich aus.

(vgl. Bernd Stegemann, „Künstlertheater jetzt“, Lettre International 110/2015).


Mittlerweile

hat die Angst, es sich mit jemanden zu verderben und deshalb seine Miete nicht mehr zahlen zu können, derart um sich gegriffen, dass es keine wirkliche Solidarität mehr gibt. Aber um Kunst zu machen, kommt man um das Authentische nicht herum. Wenn ich als Künstler etwas mache, muss es mit mir zu tun haben. Ich frage mich nicht, wie wird das am Besten verkauft? Ist die Kunst nur mehr Ornament am Arsch des Kapitalismus?

Ist der Freiheitsbegriff der Kunst nur mehr Folklore?

(vgl. Bert Neuman, Volksbühne Berlin, „Störung“, Lettre International 110/2015)

Das postdramatische Theater

ob performativ, diskursiv oder auch dokumentarisch, wo bisweilen jede Geschichte durch Reflexion und vielem technischem Einsatz in sogenannte Realitätseffekte zersplittert wird, reüssiert zurzeit sowohl auf den städtischen als auch freien Bühnen.


Die postdramatische Kompositionstechnik

unterbricht, reflektiert, kommentiert usw. in einer atemberaubenden Geschwindigkeit das Gezeigte.

Der Zuschauer wird mit unterhaltsamen Effekten bombardiert. Man will mit allen Mitteln die begrenzte Aufmerksamkeit des Publikums mit immer Neuem binden, und vor allem unterhalten. Aber eine überreflektierte Distanzbrille zerstört jede glaubhafte Geschichte, ob sie nun wahr ist oder nicht.

Es wird wieder Zeit mit Zeit Geschichten zu erzählen.


Kreativität

Geschichten schichten
Ein Versuch über Geschichten
Unter Schichten von Geschichten
Geschichten, die zu unseren werden


Theater

Sich eine Geschichte aneignen

Es zu seiner eigenen Geschichte machen
Teil einer Geschichte werden
Teil einer Geschichte sein


Ich, Du, Er, Sie, Es  
In einer endlosen Geschichte
Geschichten schichten


Kunst

Eine Geschichte über Geschichten
Geschichten schichten
Unter unendlichen

Schichten von Geschichten

Sich entschichten


Hoffnung

Wir haben keine Zukunft

Aber geben wir sie uns

(Franz Blauensteiner)

                            

ANDERE SEITEN & SAITEN – DRUGAČNE STRANI & STRUNE

Im Rahmen der zweisprachigen (deutsch-slowenisch) Veranstaltungsreihe werden slowenische KünstlerInnen dem Grazer Publikum vorgestellt.

Eine interkulturelle Kooperation zwischen Kulturinstitutionen und Künstlerinnen diesseits und jenseits der Grenze, die ja im europäischen Sinne keine mehr ist und sein sollte – im Sinne einer sprachlichen Vielfalt in der Einheit.


Das eine Wort grenzt nicht mehr an das Andere,

auch wenn es nicht die gleiche Sprache spricht.


Kooperationspartner Pavelhaus / Pavlova hiša

Weitere Partner

Literaturhaus Maribor / Literarna hiša Maribor

(Marjan Pungartnik)

Slawistisk Inst. Graz / Slavistika Gradec

Festival Ljubezni / Festival der Liebe - Kibla Maribor

Maribor evropska prestolnica kulture / Maribor Kulturhauptstadt Europas 2012, und andere

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